Gewaltfreie Kommunikation

„Nonviolent Communication“ nach Dr. Marshall B. Rosenberg

Der amerikanische Psychologe Dr. Marshall B. Rosenberg (1934- 2015) entwickelte sein Konzept der „Nonviolent Communication“ (in Deutschland „Gewaltfreie Kommunikation“ genannt) bereits in den 1970er Jahren. Bei seiner Arbeit mit Gefängnisinsassen war er mit seinen Fähigkeiten an unerwartete Grenzen gestoßen und begann daraufhin, das Prinzip der gewaltfreien Kommunikation zu erproben. Er verstand sie vorrangig als eine Methode zur Verbesserung des zwischenmenschlichen Miteinanders. Mit dieser Kommunikationsmethode wurde er schließlich so erfolgreich, dass man auch in Krisen- und Kriegsgebieten (z.B. Israel, Palästina, Ruanda und Kroatien) auf ihn und seine Expertise zurückgriff, um gewaltfreie Kommunikation zwischen verfeindeten Volksgruppen zu fördern.

Die Haltung und Methode der „Gewaltfreien Kommunikation“ nach Marshall B. Rosenberg fußt auf den vier Pfeilern Sachlichkeit, Handlungsfähigkeit, punktgenaue Kommunikation und Konsens.

Sachlichkeit: einen IST-Zustand herstellen und wahren

Über Urteile, Interpretationen und Meinungen lässt sich in der Regel leicht streiten. Um nun Struktur und Klarheit in einer Diskussion wieder herzustellen, müssen zunächst die Ursachen für den Streit beleuchtet und geklärt werden. Was haben die verschiedenen Gesprächspartner tatsächlich gesehen und gehört? Was genau hat die Urteile und Interpretationen ausgelöst? So finden alle zurück zu einer Ausgangsbasis und können darauf aufbauend neu ins Gespräch kommen.

Handlungsfähigkeit: trotz Emotionalität handlungsfähig bleiben

Gefühle begleiten uns rund um die Uhr. Sie sind das Kommunikationsmittel unseres Körpers und Gehirns, um uns etwas mitzuteilen. Jedes Gefühl hat eine bestimmte Funktion (z.B. kann es auf einen Missstand hinweisen). Um handlungsfähig zu bleiben, hilft es, die Funktionen unserer Gefühle zu verstehen. Nur so können wir entsprechend handeln, um zu verhindern, dass uns Gefühle überfluten und fremdbestimmen. Meistens wird dann schnell etwas gesagt oder getan, was zu Unmut oder Streit führt. Je besser Sie Ihre Gefühle auseinanderhalten und verstehen können, desto geistesgegenwärtiger und handlungsfähiger sind und bleiben Sie.

punktgenaue Kommunikation: Interessen auf den Punkt bringen

Meist entstehen Konflikte, weil wir über Strategien und Handlungen sprechen, ohne die eigentlichen Interessen zu kennen und offenzulegen. Um Klarheit zu schaffen, müssen aber genau diese Interessen und Bedürfnisse angesprochen und diskutiert werden. So kann man im Anschluss einen gemeinsamen Weg einschlagen, statt sich weiter im Kreis zu drehen.

Konsens: gemeinsame Lösungen entwickeln und gewinnen

Konsens bedeutet: Die beste Lösungsvariante wurde für alle Beteiligte gefunden. Ein Konsens ist geschaffen, wenn bei allen Gesprächspartnern kein schwerwiegender Einwand mehr besteht. Es wird also nach einer Lösung gesucht, die möglichst viele Interessen und Bedürfnisse der Beteiligten abdeckt. Wenn auf beiden Seiten einer Diskussion Gewinner stehen, ist ein passender Konsens da. Auch wenn sich das langwierig anhören mag: Im Gegensatz zum Kompromiss wird ein Konsens von allen Beteiligten mitgetragen – weil jeder mitgestalten konnte und keiner den Kürzeren zieht.

„Gewaltfreie Kommunikation“ eignet sich hervorragend für eine wertschätzende und aufmerksame Kommunikation und Konflikklärung.

Als ich zum ersten Mal von Marshall Rosenberg hörte, war ich sehr erleichtert: Plötzlich hielt ich den Schlüssel in der Hand, wie Missverständnisse und Konflikte zwischen Menschen vermieden oder gelöst werden können. Natürlich musste ich zunächst selbst überprüfen, ob sich meine eigenen Gespräche und Konflikte durch die Methode verändern – und tatsächlich tat sich Erstaunliches!

Bis zu jenem Zeitpunkt wies meine Biografie keine gute Schule für einvernehmliche Gespräche auf, die aus Zuhören und Einigung bestehen: Die Veränderungen waren also besonders prägnant und einleuchtend.

Dass ich mich nun erheblich verständlicher ausdrücken kann, macht mich wirklich glücklich. Meine Meinungen und Wünsche werden von meinen Mitmenschen schneller und besser verstanden. Da ich jetzt gehört werde, brauche ich weder laut werden noch lange, erklärende Monologe führen. Missverständnisse entstehen kaum noch und verbliebenen Konflikten fühle ich mich gewachsen und bleibe bei mir.

Ich gebe diese Ideen und Methoden deshalb gerne weiter – in der besten Hoffnung und Absicht, dass sie auch bei anderen Menschen grandiose Veränderungen in ihrem Leben bewirken können.

Im Coaching arbeite ich viel mit wingwave®-Coaching – bei den Seminaren ist immer auch „Gewaltfreie Kommunikation“ mit drin.

Einflüsse aus anderen Methoden tauchen an unterschiedlichen Stellen meiner Coachings und Seminare auf: Kunsttherapie, Ego-State-Therapie, Somatic Experiencing, Realighting, Improvisationstheater, Erlebnispädagogik und vielen anderen.